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Südkoreas Regierung hat ihre Untersuchung gegen den E-Commerce-Riesen Coupang gegen Vorwürfe diskriminierender Durchsetzung verteidigt, während diplomatische Spannungen wegen der Untersuchung eines massiven Datenlecks mit über 33 Millionen betroffenen Nutzern entstehen.
Regierung wehrt sich gegen US-Kritik
Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon sagte Parlamentariern am Mittwoch, dass Südkoreas Untersuchung der koreanischen Geschäfte von Coupang etablierten rechtlichen Verfahren ohne Diskriminierung folge. Seine Kommentare kamen, nachdem der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses am vergangenen Donnerstag seine eigene Untersuchung zu dem eingeleitet hatte, was er als Südkoreas “diskriminierende Zielsetzung” amerikanischer Unternehmen charakterisierte.
“Die Untersuchung durch Südkorea wird nach dem Gesetz und Prinzip durchgeführt”, erklärte Bae während einer Parlamentssitzung und antwortete direkt auf Fragen, ob die Regierung diskriminierende Maßnahmen gegen das in den USA börsennotierte E-Commerce-Unternehmen ergriffen habe.
Umfang des Datenlecks dramatisch erweitert
Die Kontroverse dreht sich um ein Datenleck bei Coupang im November, das persönliche Informationen einschließlich Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Lieferdetails von Kunden preisgab. Anfangs behauptete Coupang basierend auf seiner internen Untersuchung, dass nur 3.000 Konten kompromittiert worden seien.
Eine gemeinsame öffentlich-private Untersuchung ergab jedoch am Dienstag, dass der tatsächliche Umfang weitaus schwerwiegender war, mit über 33,6 Millionen kompromittierten Konten – mehr als 11.000-mal größer als die ursprüngliche Schätzung des Unternehmens. Diese dramatische Diskrepanz hat die Kontrolle sowohl von Coupangs anfänglicher Reaktion als auch der Gründlichkeit seiner internen Untersuchung intensiviert.
Breiterer Kontext
Coupang agiert als eine der dominierenden E-Commerce-Plattformen Südkoreas und konkurriert direkt mit inländischen Unternehmen im schnell wachsenden Online-Einzelhandelsmarkt. Die US-Börsennotierung des Unternehmens bedeutet, dass regulatorische Maßnahmen in Südkorea potenziell seine Marktbewertung und das Anlegervertrauen beeinträchtigen könnten.
Wie geht es weiter
Die diplomatische Dimension fügt Komplexität zu dem hinzu, was als standardmäßige Datenschutzuntersuchung begann. Mit sowohl dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses als auch südkoreanischen Behörden, die nun involviert sind, hat sich der Fall über die Unternehmens-Compliance hinaus zu einer bilateralen Handels- und Regulierungsangelegenheit entwickelt, die beeinflussen könnte, wie beide Länder grenzüberschreitende Geschäftsuntersuchungen handhaben.