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Ein Test eines Drohnenabwehrsystems der US Army löste vergangene Woche eine verwirrende Luftraumsperrung rund um den Internationalen Flughafen El Paso aus und verdeutlichte sowohl Kommunikationsprobleme zwischen Bundesbehörden als auch die anhaltenden Schwierigkeiten des Militärs bei der Entwicklung wirksamer Drohnenverteidigungstechnologien. Der Vorfall betraf ein LOCUST-Lasersystem der AeroVironment Inc., das vom Ministerium für Innere Sicherheit von einem Standort in New Mexico aus eingesetzt wurde.
Kommunikationspanne verursacht Verwirrung
Die Bundesluftfahrtbehörde sperrte El Pasos Luftraum am Dienstag abrupt aus “besonderen Sicherheitsgründen” und plante zunächst, die Beschränkung 10 Tage aufrechtzuerhalten. Verkehrsminister Sean Duffy behauptete, die Sperrung sei durch eine Drohne eines mexikanischen Drogenkartells verursacht worden, die in den US-Luftraum eingedrungen sei, und erklärte, die Bedrohung sei “neutralisiert” worden, als die Beschränkung Stunden später aufgehoben wurde. Jedoch wiesen mit der Situation vertraute Beamte auf DHS-Tests von Drohnenabwehrtechnologie als tatsächliche Ursache hin, wobei die FAA Bedenken über mögliche Sicherheitsauswirkungen auf zivile Luftfahrzeuge hatte.
Der Mangel an Koordination zwischen Regierungsbehörden wurde offensichtlich, als Beamte des Weißen Hauses und des Bundesstaates Texas von der Luftraumsperrung überrascht schienen. Der Vorfall legte ernsthafte Lücken in der behördenübergreifenden Kommunikation offen, insbesondere beim Testen von Militärtechnologie in der Nähe ziviler Infrastruktur.
Pentagon steht vor Drohnenabwehr-Herausforderung
Der El Paso-Vorfall unterstreicht eine tieferliegende Herausforderung für das Pentagon: die Entwicklung kosteneffizienter Systeme zur Abwehr zunehmend ausgeklügelter Drohnenbedrohungen. Das Militär hat jahrelang in gerichtete Energiewaffen investiert, einschließlich Hochleistungs-Mikrowellen und Hochenergie-Laser, um teure Raketen für komplexere Bedrohungen aufzusparen. Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das Ministerium angewiesen, “Drohnendominanz” durch beschleunigte Produktion und Beschaffung von Drohnenabwehrtechnologien anzustreben.
Das LOCUST-System im Zentrum des El Paso-Vorfalls stellt einen vielversprechenden Ansatz dar. Die Technologie kombiniert ein Lasersystem mit KI-gestützter Verfolgung, die Drohnen bis zu zwei Meilen Entfernung identifizieren und anvisieren kann. AeroVironment hat über ein Dutzend LOCUST-Systeme mit 20kW-Lasern an die US Army geliefert, darunter zwei, die letzten Sommer auf von GM Defense hergestellte Infanterie-Truppenfahrzeuge montiert wurden.
Schlachtfeld-Realität versus Testleistung
Trotz vielversprechender Testergebnisse haben die Drohnenabwehrsysteme des Militärs in realen Bedingungen Schwierigkeiten. Der Versuch der Army, eine 50kW-Laserwaffe auf Stryker-Kampffahrzeuge zu stationieren, veranschaulicht diese Herausforderung. Während das System in US-Wüstentestumgebungen gut funktionierte, versagte seine Zuverlässigkeit bei der Entsendung in den Nahen Osten zur Bewertung, wobei sich die Wartung unter Feldbedingungen als schwierig erwies.
Diese Rückschläge ereignen sich, während Drohnenkriegsführung in Konflikten wie Russland-Ukraine ins Zentrum rückt, wo kostengünstige handelsübliche Technologie Millionen-Dollar-Waffensysteme herausfordert. Entlang der US-mexikanischen Grenze setzen transnationale kriminelle Organisationen laut Bella Grabowski vom America First Policy Institute zunehmend Drohnen für Überwachungs- und Schmuggeloperationen ein.
Wie geht es weiter
Der El Paso-Vorfall zeigt, dass selbst während das Pentagon die Entwicklung von Drohnenabwehrtechnologie beschleunigt, erhebliche Herausforderungen sowohl bei der Technologie selbst als auch bei der Koordination zwischen Behörden bestehen, die diese Systeme testen. Das Militär arbeitet weiter daran, Lösungen zu finden, die rauen Schlachtfeldbedingungen standhalten können, während die Industrie die Produktionskapazitäten hochfährt, um der wachsenden Nachfrage nach wirksamen Drohnenverteidigungssystemen gerecht zu werden.