Seoul Telecom-Krieg: SK gewinnt 340.000 Kunden nach KT-Datenleck

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SK Telecom gewann im Januar 2026 durch Rufnummernportierung 342.000 Kunden – ein Anstieg um 184,7%, angetrieben durch die Entscheidung des Konkurrenten KT Corp., nach einem schweren Datenleck vorzeitige Kündigungsgebühren zu erlassen. Die Massenmigration markiert eine dramatische Umkehrung – nur acht Monate zuvor verlor SK Telecom massenhaft Abonnenten nach seiner eigenen Cybersicherheitskrise, die persönliche Daten von 23 Millionen Nutzern preisgab.

Rekord-Kundenmigration

Von den 342.000 Nutzern, die zu SK Telecom wechselten, kamen 221.000 direkt von KT – fast fünfmal so viele wie die 45.000, die im Dezember wechselten, laut Daten der Korean Telecommunications Operators Association. Weitere 73.000 migrierten von LG Uplus, dem drittgrößten Anbieter des Landes. LG Uplus selbst erwies sich als sekundärer Nutznießer und zog 183.000 neue Abonnenten an, darunter 80.000 von KT.

KTs Gesamtabfluss erreichte 301.000 Kunden an seine beiden Hauptkonkurrenten. Während der Anbieter 121.000 neue MNP-Nutzer gewinnen konnte – ein Anstieg von 53,2% gegenüber Dezember – wurde der Zufluss von Abgängen übertroffen. Die Zahlen stellen eine der dramatischsten einmonatigen Verschiebungen in Koreas reifem Telecom-Markt der letzten Jahre dar. 

Eine Krise, die an eine frühere erinnert

Der Kontext hinter diesen Zahlen macht die Geschichte bemerkenswert. KTs Datenleck, erstmals im September 2025 berichtet, führte zu unbefugten Mikrozahlungen, die Tausende von Kunden betrafen. Eine staatlich geführte Untersuchung ergab später, dass KT Malware-Infektionen und schwerwiegende Schwachstellen in seinen Femtocell-Management-Systemen verschwiegen hatte. Ermittler bestätigten, dass kompromittierte Server Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und IMEI-Daten enthielten. KTs Entscheidung, ab dem 31. Dezember Kündigungsgebühren zu erlassen, war Teil eines Entschädigungspakets – und öffnete die Schleusen.

Aber SK Telecom ist mit genau diesem Szenario nicht unvertraut. Im April 2025 erlitt SKT, was sein eigener CEO den schlimmsten Hackerangriff in der Telekommunikationsgeschichte nannte und SIM-bezogene Daten für etwa 23 Millionen Abonnenten kompromittierte – fast die Hälfte von Südkoreas Bevölkerung. Damals wechselten etwa 250.000 Nutzer von SKT weg, und der CEO warnte, dass der Erlass von Kündigungsgebühren diese Zahl auf 2,5 Millionen steigern könnte, was dem Unternehmen über drei Jahre 5 Milliarden Dollar kosten könnte. Monatliche MNP-Wechsel über den gesamten Markt stiegen im Mai 2025 auf 933.000 – ein Anstieg von 77% gegenüber März. SK Telecom wurde von der Personal Information Protection Commission mit 134,7 Milliarden Won bestraft.

Die Tatsache, dass SK Telecom jetzt der Hauptnutznießer eines Datenlechs der Konkurrenz ist – kaum acht Monate nach seinem eigenen – zeigt, wie schnell sich das Verbrauchergedächtnis in hochkompetitiven Märkten zurücksetzt. In einem Umfeld, in dem Technologie Beschäftigung und Verbraucherverhalten im asiatisch-pazifischen Raum umgestaltet, scheint Markenloyalität in der Telekommunikation nur so lange zu dauern wie die nächste Schlagzeile.

Regulatorischer Druck steigt

Beide Datenlecks haben die regulatorische Kontrolle von Südkoreas Telecom-Sektor verstärkt. Das koreanische Äquivalent zum Insolvency Service – die Personal Information Protection Commission – hat Rekordstrafen verhängt, und Gesetzgeber haben mehrere parlamentarische Anhörungen abgehalten. Eine Sammelklage gegen SK Telecom gewinnt an Fahrt, mit einer Online-Organisationsgemeinschaft von über 50.000 Mitgliedern. KT könnte ähnlichen Strafen gegenüberstehen.

Das breitere Muster ist besorgniserregend. Zwei der drei großen Anbieter des Landes haben nun innerhalb eines Jahres erhebliche Cybersicherheitsfehler erlitten, was grundlegende Fragen zum Zustand der Datenschutzinfrastruktur in Koreas Telekommunikationsbranche aufwirft. Für ein Land, das sich als globaler Führer in 5G und KI-gestützter Technologiebereitstellung positioniert, ist die Kluft zwischen Ambition und grundlegender Sicherheit schwer zu ignorieren.

Was kommt als Nächstes

KTs Gebührenerlassprogramm lief zwei Wochen ab dem 31. Dezember, aber die Januar-Daten deuten darauf hin, dass die Dynamik bis in den Februar anhalten könnte. Ob weitere Migration stattfindet, hängt davon ab, ob KT seinen Abonnentenstamm stabilisieren kann und ob regulatorische Maßnahmen neue Dynamiken einführen. SK Telecom, bereits der größte Anbieter des Landes, hat seine Marktposition erheblich gestärkt – obwohl dies geschieht, während die Erinnerung an seine eigene Krise noch frisch in den öffentlichen Aufzeichnungen steht.

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Artur Szablowski
Artur Szablowski
Chief Editor & Economic Analyst - Artur Szabłowski is the Chief Editor. He holds a Master of Science in Data Science from the University of Colorado Boulder and an engineering degree from Wrocław University of Science and Technology. With over 10 years of experience in business and finance, Artur leads Szabłowski I Wspólnicy Sp. z o.o. — a Warsaw-based accounting and financial advisory firm serving corporate clients across Europe. An active member of the Association of Accountants in Poland (SKwP), he combines hands-on expertise in corporate finance, tax strategy, and macroeconomic analysis with a data-driven editorial approach. At Finonity, he specializes in central bank policy, inflation dynamics, and the economic forces shaping global markets.

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