Singapur Exporte steigen um 9,3% durch KI-Chip-Nachfrage

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Singapurs Nicht-Öl-Inlandsexporte wuchsen im Januar 2026 um 9,3% im Jahresvergleich, angetrieben von steigender Nachfrage nach KI-bezogener Elektronik, berichtete Enterprise Singapore am Montag. Während der fünfte aufeinanderfolgende Monat der Expansion Singapurs wachsende Rolle in der globalen KI-Lieferkette unterstrich, blieb das Ergebnis hinter den Markterwartungen von 12,1-13,5% Wachstum zurück — ein Hinweis auf eine zunehmend unausgewogene Erholung.

Elektronik-Boom überdeckt breitere Schwäche

Die Schlagzeile wurde fast ausschließlich von der Elektronik getragen, die um 56,1% expandierte — mehr als doppelt so stark wie die Wachstumsrate im Dezember. Innerhalb dieser Kategorie stiegen integrierte Schaltkreise um 80,5%, Datenträgerprodukte sprangen um 70,2%, und Personal Computer stiegen um 24,0%. Die Zahlen spiegeln das anhaltende globale Rennen um den Aufbau der KI-Infrastruktur wider, wobei Singapur als kritischer Knotenpunkt für Chip-Design, -Tests und -Umverteilung im asiatisch-pazifischen Raum positioniert ist.

Nicht-Elektronik-Exporte schrumpften jedoch um 3,0% — eine scharfe Umkehr vom 0,8%igen Wachstum im Dezember. Der Rückgang wurde von Spezialmaschinen angeführt, die um 15,6% fielen, Lebensmittelzubereitungen, die um 49,2% einbrachen, und Petrochemikalien, die um 24,5% fielen. Die Divergenz zwischen Elektronik und allem anderen wird größer und wirft Fragen darüber auf, wie nachhaltig Singapurs Exportwachstum ist, wenn es von einem einzigen Sektor abhängig bleibt.

Unter Konsens

Trotz der starken Elektronik-Performance verfehlten die 9,3% die Reuters-Umfrageprognose von 12,1% und andere Schätzungen von 13,5%. Die Verfehlung ist bemerkenswert, da sie nur wenige Tage nach der Aufwertung der Regierungsprognose für 2026 kommt. Das Handelsministerium hob die BIP-Wachstumsprognosen auf 2-4% von 1-3% an, und EnterpriseSG erhöhte seine Ganzjahres-NODX-Prognose auf 2-4% von 0-2%, unter Berufung auf stärkere als erwartete Dynamik aus Q4 2025, als das BIP um 6,9% im Jahresvergleich expandierte.

Die Verfehlung deutet darauf hin, dass sich das Tempo der Beschleunigung möglicherweise stabilisiert, obwohl die Entwicklung positiv bleibt. Für eine handelsabhängige Wirtschaft, in der Exporte einen erheblichen Anteil am BIP ausmachen, ist die Lücke zwischen Erwartungen und Realität von Bedeutung — insbesondere da sich die globalen Nachfragemuster inmitten anhaltender Zollunsicherheiten und intensivierenden Wettbewerbs im KI-Chip-Sektor verschieben. 

Geografische Handelsverschiebungen

Die geografische Verteilung der Exporte zeigte gemischte Signale. Lieferungen nach China, Hong Kong und in die Europäische Union stiegen im Januar, während Exporte in die Vereinigten Staaten und nach Indonesien zurückgingen. Die US-Schwäche ist besonders bedeutsam, da amerikanische Zollpolitik Singapurs Exportströme seit Ende 2025 zeitweise gestört hat — Lieferungen in die USA waren bereits im Oktober um 12,5% gefallen, bevor sie im November aufgrund von Vorzieheffekten um 106% wieder anstiegen.

Singapurs Rolle als Re-Export-Zentrum verstärkt sich jedoch weiterhin. Nicht-Öl-Re-Exporte stiegen im Januar um 51,4%, wobei elektronische Re-Exporte um 69,4% und nicht-elektronische Re-Exporte um 24,2% zulegten. Dies verstärkt die Position des Stadtstaats als logistische und Umverteilungsrückgrat für Asiens sich schnell entwickelnde Technologie-Lieferketten. Der gesamte Warenhandel expandierte um 23,8% und setzte damit den 12,3%igen Anstieg vom Dezember fort.

Was kommt als nächstes

Die Januar-Daten präsentieren ein komplexes Bild. Der KI-Elektronik-Boom ist real und beschleunigt sich — IC-Exporte verdoppelten sich nahezu im Jahresvergleich. Aber die Nicht-Elektronik-Kontraktion, die Konsensverfehlung und die geografische Volatilität deuten darauf hin, dass Singapurs Handelserholung außerhalb seines Technologie-Korridors fragil bleibt. Mit der Regierungsprognose moderater Expansion bis 2026 und ungelösten geopolitischen Risiken aus der US-Handelspolitik ist die Frage, ob die KI-Nachfrage allein das Gewicht einer gesamten Exportwirtschaft tragen kann.

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Artur Szablowski
Artur Szablowski
Chief Editor & Economic Analyst - Artur Szabłowski is the Chief Editor. He holds a Master of Science in Data Science from the University of Colorado Boulder and an engineering degree from Wrocław University of Science and Technology. With over 10 years of experience in business and finance, Artur leads Szabłowski I Wspólnicy Sp. z o.o. — a Warsaw-based accounting and financial advisory firm serving corporate clients across Europe. An active member of the Association of Accountants in Poland (SKwP), he combines hands-on expertise in corporate finance, tax strategy, and macroeconomic analysis with a data-driven editorial approach. At Finonity, he specializes in central bank policy, inflation dynamics, and the economic forces shaping global markets.

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