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Gold durchbrach am Montag, den 26. Januar, die Marke von 5.000 Dollar je Feinunze und markierte damit erstmals das Überschreiten dieser psychologisch wichtigen Schwelle, nachdem Investoren nach Sicherheit suchten infolge von Präsident Donald Trumps Drohungen, Grönland zu erobern. Das Edelmetall, das nun bei 4.217 Euro je Feinunze bewertet wird, hat sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt in dem, was Analysten als dramatischste Rallye seit den 1970er Jahren beschreiben.
Geopolitische Spannungen treiben Rekord-Rallye an
Der Anstieg beschleunigte sich nach Trumps jüngstem Ultimatum, Grönland zu annektieren, und seinen Drohungen, Zölle gegen Nationen zu verhängen, die sich dem Vorschlag widersetzen, was zu erheblichen Spannungen in den US-EU-Beziehungen führte. Der Grönland-Streit folgte unmittelbar auf die US-Militärintervention in Venezuela, wo Spezialeinheiten den ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro gefangen nahmen und aus dem Amt entfernten.
Thomas Kulp, Analyst bei der in Frankfurt ansässigen DZ Bank, identifizierte diese Ereignisse als entscheidende Katalysatoren. In einer Kundennote verwies er auf “die Suche nach einem sicheren Hafen” als primären Treiber an den Goldmärkten und nannte speziell den Venezuela-Angriff, Irans Unterdrückung von Massenprotesten und die Grönland-Konfrontation. Die Bank prognostiziert nun, dass Golds Aufwärtstrend bis 2026 anhalten wird.
Dollar-Schwäche verstärkt Gold-Attraktivität
Das Edelmetall verzeichnete letzte Woche seine stärkste Wochenperformance seit fast zwei Jahrzehnten, während der US-Dollar seine schlechteste Woche seit Mai 2025 erlitt. Der Greenback fiel 2025 um 9,5% gegenüber wichtigen Währungen und markierte damit den steilsten Jahresrückgang seit 2017.
Fawad Razaqzada, Marktanalyst bei Forex.com, charakterisierte Golds jüngste Bewegungen als “lehrbuchmäßiges Verhalten eines sicheren Hafens” und bemerkte, dass “das Vertrauen in den Dollar und Anleihen etwas wackelig aussieht”. Die Dollar-Schwäche macht Gold für Inhaber anderer Währungen erschwinglicher und erzeugt zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Preise.
Institutionelle Investoren schließen sich dem Ansturm an
Neben traditionellen Käufern sicherer Häfen betreten neue Investorenkategorien den Goldmarkt. Analysten berichten von erhöhter Nachfrage nach goldgedeckten börsengehandelten Fonds (ETFs), die Teilnehmer aus verschiedenen Investmentbereichen anziehen. Diese breitere Investorenbasis hat der Rallye, die 2019 begann, als Gold bei nur 1.280 Dollar je Feinunze gehandelt wurde, zusätzlichen Schwung verliehen.
Dan Coatsworth, Leiter der Märkte bei AJ Bell, meinte, Investoren blieben “zurückhaltend dabei, ihre Sicherheitsdecke loszulassen, nur für den Fall, dass Donald Trump mit einer weiteren kontroversen Idee aufwacht”. Der Kommentar unterstreicht die anhaltende Unsicherheit, die Allokationsentscheidungen an europäischen und globalen Märkten antreibt.
Wie geht es weiter
Die Analysten der DZ Bank sehen eine “Verschlechterung der globalen geopolitischen Bedingungen”, die sowohl private als auch institutionelle Investoren weiterhin zu höheren Gold-Allokationen in ihren Portfolios drängt. Da auch der japanische Yen angesichts von Sorgen über Japans Finanzlage an Attraktivität verliert und Spekulationen über potenzielle japanische Währungsinterventionen zunehmen, die den Dollar weiter unter Druck setzen könnten, hat Golds Aufstieg möglicherweise noch Spielraum. Die bemerkenswerte Reise des Metalls von 1.280 auf 5.000 Dollar in etwas mehr als sechs Jahren spiegelt fundamentale Verschiebungen in der Wahrnehmung globaler Finanzstabilität wider.